Die Band „Embuutu“ Königstrommel

Die Band „Embuutu“ Königstrommel

Seit Dezember 2016 tritt ein neuer Musikkörper, die Profi-Band „Embuutu“, für die Förderung der International School of Music, Languages and Studio Productions auf. Sie kann für Geburtstage, Hochzeiten oder andere Events gebucht werden.

 

Ein Konzert der ersten Klasse! Markus Gust, Schriftsteller.

Wir schreiben das Jahr 2017, genauer gesagt den 9. Juli, und befinden uns im kleinen beschaulichen Kurort namens Bad Abbach. Das wäre eigentlich nichts Besonderes, wenn wir nicht diese doch recht ungewöhnlichen Klänge aus einem Gebäude vernehmen würden, in dem man solche Art der Unterhaltung zunächst einmal nicht vermuten würde. Und das mitten in Niederbayern, das bekanntlich eigentlich einen sehr konservativen Weg in Sachen Kirche geht. Doch eine Latin-Jazz-Messe (Komponist: Martin Völlinger) und afrikanische Klänge aus einem Gotteshaus (Die Kirche zur Hl. Familie), welches beileibe einen sehr modernen Touch für diese Gegend versprüht und einen Kirchenvorsteher (Pfarrer Anton Dinzinger), der allein schon durch seine lebendigen Predigten einen kleinen Publikumsmagneten in dieser doch sehr bodenständigen Landschaft darstellt – das gab es hier auch noch nicht.

Doch genau diese Tatsachen machen den Reiz an diesem Gottesdienst mit folgendem Benefizkonzert zugunsten des durch den FMK-Uganda e.V. geförderten Bauprojekts IMLS (internationales Musik,-Sprachen- und Kulturzentrum) für benachteiligte und talentierte Kinder in der Stadt Masaka/Uganda aus.

Man findet wirklich nicht überall einen Pfarrer wie Anton Dinzinger, der zwischen den einzelnen Stücken dieser sehr farbenfrohen und mitreißenden Musik selbst in den Reihen der Zuhörer zu finden ist und sozusagen am eigenen Leib erfährt, wie man sogar am hintersten Sitzplatz des modernen Kirchenbaus fröhlich mitwippt, -klatscht und -singt.

Diesen für Mitteleuropäer eher fremden Rhythmen konnte sich niemand entziehen und selbst regelmäßige Kirchengänger blieben einfach auch nach dem regulären Gottesdienst sitzen. Durch den Umstand, dass diese Ortschaft ein weithin bekannter Kurort ist, fanden sich auch gläubige Kurgäste ein, die man nun mit einem Lächeln im Gesicht zwischen den Einheimischen entdeckte. Verständlich – denn nachdem zu den allerorts bekannten liturgischen Texten plötzlich Latino-Jazz-Rhythmen und -Melodien und Saxophon-Soli erklangen (herausragender Solist: Nico Graz), staunten alle in sich gekehrten Gäste nicht schlecht.

Als dann afrikanische Rhythmen und Zulu-Klänge zu hören waren, verstand zwar niemand ein Wort, aber bei dem Enthusiasmus, den Joseph Wasswa mit seinem Chor aus der Pfarrei Steinweg und der Band „Embuutu“ an den Tag legte, war das jedem egal, weil man sich einfach nicht auf den Bänken halten konnte. Als sich dann auch noch die stimmgewaltige Mezzosopranistin und Leadsängerin von „Embuutu“ Antonia Gust und ihre drei Backgroundsängerinnen zu Wort – sagen wir lieber zum Gesang – meldeten, kam man sich vor wie bei einer afro-amerikanischen Gospelmesse. Was eigentlich auch stimmte, denn wenn man die Augen schloss, kamen einem diese Bilder in den Kopf. Das Konzert nach dem Gottesdienst war sozusagen das I-Tüpfelchen des Abends und machte ihn zu einer Veranstaltung, die man so schnell nicht vergessen wird. Da störte es auch niemanden, dass es in der Kirche fast schon Temperaturen wie in Afrika hatte und jeder gewaltig schwitze. Die Zeit verging so schnell, dass man eigentlich traurig war, wie man die Kirche am Ende verlassen musste und vom Kirchenvorsteher wieder in den tristen Alltag entlassen wurde.

Mein kleines Résumé von dieser ungewöhnlichen Veranstaltung an einem Ort, wo man dies wahrscheinlich NIE vermuten würde, lässt sich eigentlich in einem glücklichen Gesichtsausdruck am besten beschreiben. Denn solche Freude am Leben, interpretiert von Künstlern, die mit voller Hingabe jeden in dieser Kirche mitrissen, gepaart mit einem Pfarrer, wie man ihn in dieser doch teilweise sehr eingestaubten Instutition lange suchen muss, war eine gelungene Komposition. Ein Lichtblick, der auch förmlich nach einer Fortsetzung rief, wie es Pfarrer Anton Dinzinger vortrefflich formulierte: „Wann kommt Ihr wieder?“

Natürlich mit mir wieder auf der Sitzbank ganz vorne, um ja ALLES miterleben zu dürfen.

Mit freudiger Erwartung

Markus Gust, Schriftsteller.

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