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Lebens (t) raum Musik – Partnerschaftsprojekt 2019

Vom 26.10. – 04.11.2019 war eine Delegation der Musikschule Regensburg zur IMLS nach Masaka gereist.

Über diese Fahrt hat deren Leiter Wolfgang Graef Fograscher zusammen mit seinen Lehrkräften einen 68-seitigen reich bebilderten Bericht verfasst, der vor Kurzem zusammen mit Bürgermeisterin der Stadt Regensburg Gertrud Maltz-Schwarzfischer und dem Kulturreferenten Wolfgang Dersch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Pressebericht der Donaupost vom 7.2.2020  und Pressebericht der MZ vom 11.2.2020

Broschüre: Lebens(t)raum Musik – Partnerschaftsprojekt 2019

Details

Corona-Situation in Uganda (22.06.2020)

Corona Vorsorgemaßnahmen in Uganda

Die Situation in Uganda

  • In Uganda gibt es 1,4 Mio HIV- und 0,1 Mio TBC – Infizierte, 0,8 Mio Diabets- und 4,8 Mio. Bluthochdruck-Patienten also zusammen etwa 6,5-7 Mio Risikopatienten.
  • 10,7 Millionen Kinder besuchen Grundschulen,2 Millionen Kinder die Vorschulen; 2 Millionen Schüler die Sekundarschulen.  548 Studierende sind an Universitäten und Hochschulen immatrikuliert. Das sind insgesamt fast 15 Millionen junger Ugander,  verteilt auf insgesamt 36.285 Grundschulen, 7.308 Vorschulen, 5.553 Sekundarschulen (jeweils staatlich und privat) und 49 Universitäten und 1.543 Hochschulen (technische Schulen, Lehrerseminare, Berufsschulen) usw. usw. Dies sind insgesamt 50.688 mit einer starken Besuchsfrequenz.
  • Bis zum 19.3. gab es noch keinen Fall von Corona in Uganda, wohl aber einige Fälle in den Nachbarstaaten Ruanda und Kenia, die schon vor einer Woche ihre Schulen geschlossen haben. Am 22.3. wurde der erste Coronafall in Uganda gemeldet. Am 1.6.2020. waren  457 Personen als infiziert registriert. In den letzten Tagen stiegen die Infektionen deutlich an. Am 11.6.2020 waren es 679 und am 22.6.2020  774 Infizierte. Die ersten Lockerungen des Shoot down und die geringe Bereitschaft, Gesichtsschutz zu tragen bzw. Distanz zu halten, dürften der Grund für diesen starken Anstieg sein. Deshalb überlegt die Regierung wieder über Verschärfungen nach. Bisher sind keine Corona-Toten gemeldet.
  • Wegen der Corona-Krise, der starken Heuschrecken-Einfälle und der extremen Niederschläge stiegen die Lebensmittelpreise um 25-30 %!

Besonders schmerzlich für sehr viele Katholiken in Uganda ist, dass der Tag der Märtyrer am 3.6.2020 wegen Corona abgesagt wurde. Dies ist der größte Festtag des Jahres in Uganda. In den letzten Jahren waren dazu 2-3 Millionen (!!!) Gläubige zum Teil zu Fuß tagelang aus ganz Uganda und den Nachbarländern in die Gedenkstätte nach Namugongo gekommen. z.B. aus Malawi, Tansania, Kenia, Südafrika, Nigeria, Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo.

Hintergrund: 22 Katholische Ugander wurden zwischen 1885 und 1887 unter dem König Mwanga von Buganda (eines der Königreiche Ugandas) wegen ihres Glaubens verbrannt. Zwei weitere wurden 1918 im Norden von Uganda durch Speer-Stöße hingerichtet. Im gleichen Zeitraum wurden auch 23 anglikanische Gläubige umgebracht. Die 22 katholischen Märtyrer wurden am 18.10.1964 von Papst Paul VI und die zwei weiteren von  Papst Johannes Paul II am 20.10.2002 heilig gesprochen. Im Jahre 2015 besuchte Papst Franziskus die Basilika in Namugongo.

Die Regierung überlegt, sehr armen Haushalten Radios und zwei solarbetriebene Fernsehgeräte je Dorf anzuschaffen, damit die Kinder  über TV oder Radio lernen können. Bildungseinrichtungen werden ab Mitte Juli für Studierende im letzten Studienjahr geöffnet, um Prüfungen ablegen zu können.

Bericht der Freiwilligen Julia vom 10.4.2020

Julia hat am 1.6.2020 einen aktuellen Bericht zur Corona-Situation in Uganda verfasst.


Maßnahmen, die ab 30.3.2020 gültig sind

1. Ab 30 April 22.00 Uhr dürfen 14 Tage lang keine Privatwagen fahren.
2. Non-Food-Läden sind ab 1. April 14 Tage lang geschlossen.
3. Die Lebensmittelgeschäfte, Apotheken bleiben geöffnet. Vorrangig sollen Produkte ausgeliefert werden.
4. Supermärkte dürfen weiterhin geöffnet sein, aber mit der Standardarbeitsanweisung für Abläufe
5. Etablierte Lebensmittelmärkte bleiben offen, aber mit 4 Metern sozialer Distanz auf dem Markt. Die Verkäufer dürfen während der 14  Tage nicht nach Hause gehen, sondern müssen auf dem Markt schlafen.6. Die Fabriken sollten offen bleiben, aber die Arbeiterinnen und Arbeiter bleiben über Nacht in der Fabrik.
7. Salons und Barbiere schließen
8. Bauarbeiten wird nur dann fortgesetzt, wenn die Arbeiter auf der Baustelle übernachten können.
9. Wesentliche Dienste werden weitergeführt: Bankwesen, Müll, Reinigung, Feuerwehr, Tankstellen, Wasserwerke und Bestattungsdienste
10. Die Fracht wird weiter befördert, jedoch mit einer Mindestzahl von Schiffen. Lastkraftwagen dürfen nicht mehr als 3 Passagiere transportieren.
11. Versammlungen von mehr als 5 Personen verboten.
12. 19.00 Uhr Ausgangssperre in Uganda. Keine Bewegung außer Frachttransporten
13. In (medizinischen) Notfällen kann beim RDC die Erlaubnis zur Reise beantragt werden. Nur Regierungsfahrzeuge unter dem Kommando des Distriktarztes.
14. Es wird ein Fonds zur Unterstützung der Importsubstitution eingerichtet.
15. Erleichterungen bei Banken, Wasser und Strom werden angekündigt.
16. Regierungsangestellte sollten zu Hause bleiben, mit Ausnahme von Armee, Polizei, Gesundheit, Wasser, Telefon und einigen anderen. Standardarbeitsanweisung für Abläufe sollen in den Kasernen umgesetzt werden (z.B. keine Besucher in den Kasernen)
17. Personen, die öffentliche Essen ausgeben (bei denen dann große Menschenansammlungen entstehen), werden wegen versuchten Mordes verhaftet und bestraft. Sie sollten stattdessen an die Anti-Corona-Task-Force spenden.


Maßnahmenkatalog Ugandas für 32 Tage (Kabinettsbeschluß vom 16.3.2020) verlängert bis 5.5.2020

  • Alle Bildungseinrichtungen werden geschlossen.
  • Alle religiöse Versammlungen, Massenversammlungen, Discos, die Tanzveranstaltungen, Bars, Sportarten, Musikshows, Kinos und Konzerte sind untersagt
  • Aus dem Ausland zurückkommende Ugander müssen sich in zentrale Quarantänestationen begeben und die dadurch entstehenden Kosten selbst tragen.
  • Hochzeiten (mit den traditionell sehr vielen Gästen) dürfen nicht mehr abgehalten werden. In Ausnahmefällen kann geheiratet werden, wobei maximal 10 Personen teilnehmen dürfen. Die eigentliche Feier kann dann später nachgeholt werden.
  • Bestattungen sollen nur im engsten Familienkreis stattfinden. An Corona verstorbene werden vom Staat ohne die Verwandten bestattet (ähnlich wie schon bei Ebola-Opfern verfahren wurde)
  • Landwirtschaftliche Wochenmärkte sind verboten. Getreide und Vieh kann nur noch ab Hof gekauft werden.
  • Es wird dringend empfohlen, Fahrten mit Bodas, Bussen, Minibussen, Taxis (immer überfüllt) zu unterlassen, soweit irgend möglich. Im Falle eines Ausbruchs wird das Gebiet isoliert und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten werden.
  • Um den Import von Waren langfristig zu reduzieren, will Uganda im Land Produktionskapazitäten für diese Importgüter aufbauen.

Der Lockdown vom 25,3,2020 wurde bis 4.6.2020 verlängert. Alle Personen älter als 6 Jahre müssen Masken tragen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit aufhalten. Die öffentlichen Schulen sind teilweise wieder geöffnet, allerdings nur für diejenigen Schüler, die heuer eine Abschlussprüfung machen. Das gleiche gilt auch für Universitäten. Die Privatschulen können wegen der Schulschließungen, und der damit verbundenen fehlenden Schulgelder, ihr Lehrpersonal nicht mehr finanzieren.


Was bedeutet dies nun für die IMLS

  • Das Betonierung der Decke an der IMLS konnte planmäßig weitergehen und wurde am 28.3.2020 beendet. Die Bauarbeiter, die auf der Baustelle übernachteten, konnten auch während der Corona-Beschränkungen weiter arbeiten (und damit Geld verdienen) und den Innenputz anbringen.
  • Der Unterricht an der IMLS, und UVCO muss eingestellt werden. Da die meisten Kinder Waisen sind, die keine Eltern mehr haben, ergeben sich fast unlösbare Probleme.
  • Hier ein Situationsbericht der Freiwilligen Julia vom 20.03.2020

Die 3 Freiwilligen müssen auf Weisung unserer Bundesregierung nach Hause fliegen.

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Ausblick auf 2018/2019 Neue Ziele des FMK

Soweit es die finanziellen Mittel erlauben, ist der Baubeginn der IMLS (International School of Music, Languages and Studio Production) für 2018/2019 angesetzt, damit der Unterricht gleichzeitig in mehreren Unterrichtsräumen stattfinden kann, was bisher unmöglich ist. Wir sind sehr dankbar Frau Bettina Sommer, Geigenlehrerin aus Baden-Württemberg,  gewonnen zu haben.  Ihr fachliches Wissen gibt sie vor allem in den Sommerferien an die Kinder weiter. Vielen herzlichen Dank! Die Gehälter der angestellten ugandischen Lehrer*innen sowie Verwaltungskosten, die ebenfalls durch Spenden finanziert werden, belaufen sich voraussichtlich auf ca. 10.000€ im Jahr. Wir möchten neben dem immateriellen Wert dieser Konzerte für die deutsche Gesellschaft auch die musikalische und sprachlich-kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche in Uganda unterstützen und fördern. Sie ermöglicht besonders benachteiligten talentierten Kindern zukünftige Berufschancen, einen erweiterten Blick auf das Leben und wahrscheinlich einen gesellschaftlichen Aufstieg. Mit dem Bau wurde im März 2019 begonnen.

„Musik ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden.“ (B. Auerbach)

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